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Einschränkungen beim Fichten-Frischholzeinschlag

Hilfe für Kleinwaldbesitzer:
Kaniber erwirkt Ausnahmeregelung bei Einschlagsbeschränkungen
(19. Mai 2021)
München – Kleinwaldbesitzer werden künftig über eine Bagatellgrenze von den Beschränkungen des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes entlastet.
Das hat Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber bei Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner erreicht. „Ich freue mich sehr, dass wir damit die Situation für unsere kleinen privaten Waldbesitzer rasch und unbürokratisch entschärfen können. Denn sie wären durch die neuen Bundesregelungen besonders betroffen gewesen“, so die Ministerin.
Damit wird auch die regionale Versorgung kleiner Säger und Holz-Verarbeiter mit Frischholz gestärkt.
Für kleine Waldbesitzer ohne Buchführungspflicht, die meist nicht jedes Jahr die gleiche Menge einschlagen, gab es mit den bisher bestehenden Regelungen einige Unklarheiten.
 
Jetzt steht fest:
Insgesamt 75 Festmeter frisches Fichtenholz, das sind zwei bis drei LKW-Fuhren, dürfen unabhängig von den Einschlagsbeschränkungen in jedem einzelnen Betrieb eingeschlagen und verkauft werden. Alternativ dazu besteht die Regelung unverändert fort, dass 4,25 Festmeter je Hektar Betriebsfläche geschlagen und vermarktet werden können. Für einen 20 Hektar großen Betrieb wäre so beispielsweise eine Einschlagsmenge von 85 Festmeter zulässig.
 
Sollte unabhängig davon ein Waldbesitzer durch die Einschlagsbeschränkung von einer wirtschaftlich unbilligen Härte getroffen werden, die zum Beispiel zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz eines Forstbetriebs führen kann, besteht die Möglichkeit bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ausnahmeregelungen zu beantragen.
 
Weitere Informationen finden sich unter www.forst.bayern.de/forstschaeden-ausgleichsgesetz.
 
 
Seit dem 23. April dürfen Waldbesitzer deutschlandweit nur noch 85 Prozent des regulären Fichten-Frischholzmenge ernten. Das regelt eine neue Verordnung des Bundes (https://www.gesetze-im-internet.de/holzeinschlbeschrv2021/index.html). Ziel ist es, weitere erhebliche Störungen des Rohholzmarktes abzuwenden. Die Regelung ist kein kompletter Einschlagstopp, sondern eine zeitlich bis zum 01.10.2021 befristete Einschränkung um 15 Prozent.
Von der Verordnung ausgenommen ist die Aufarbeitung von Schadhölzern durch Borkenkäfer oder Windwürfe. Solche außerplanmäßigen Nutzungen bleiben weiterhin erlaubt und sind auch zwingend notwendig. Zudem sind auf Grund der Verordnung Steuererleichterungen für private Waldbesitzer möglich.
 
Als Berechnungsgrundlage für die Verordnung dient der Durchschnittshiebsatz der Jahre 2013 bis 2017. Der Betrachtungszeitraum gilt rückwirkend für das Forstwirtschaftsjahr 2021 ab dem 01. Oktober 2020. Dabei ist die im Herbst und Winter bereits geerntete Holzmenge anzurechnen.
Dank der Initiative Bayerns endet die Regelung bereits zum 30. September 2021 und damit ein Jahr früher als von anderen Bundesländern ursprünglich gefordert. Ebenso konnte Bayern erreichen, dass die Beschränkung von ursprünglich geplanter 70 % auf 85 % verringert wurde. So kann im Falle einer regionalen Markterholung, wie aktuell in Bayern spürbar, eine Versorgung mit Frischholz sichergestellt werden.
 
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten berät Sie gern in den Fragen der Einschlagsbeschränkung. Für Informationen zu steuerrechtlichen Angelegenheiten wenden Sie sich bitte an Ihre Steuerberatung.